Power for Girls

Mittlerweile steigt die Anzahl der Frauen, welche die einstige „Men´s only Zone“, den Freihantelbereich, betritt stetig. Vor ein paar Jahren war die Anwesenheit einer Frau im „Pumperbereich“ noch so selten wie ein Mann bei der Pediküre. Ein anfängliches Unwohlsein unter so vielen Männern zu trainieren, sollte aber nach ein paar Sessions verloren gehen. Falls das nicht der Fall sein, sollte gibt es in vielen Fitnessstudios bereits extra Räume mit Hanteln und Geräten für Frauen.

Vorurteile

Warum hat es so lange gedauert, dass sich ein Training mit schweren Gewichten etabliert? 

Der Grund sind viele Vorurteile, wie „mein Rücken wird zu breit“, „die Jeans passt nicht mehr“, „ich nehme zu“ oder „es ist langweilig“ und so weiter…

Diese Gründe gegen ein Krafttraining spielen auf die Zunahme  von Muskulatur hin, der letztere ist Kopfsache. Ja definitiv ist es möglich, und gar auch ein Ziel des Trainings, mit mittleren- bis schweren Gewichten, Muskulatur aufzubauen und damit einhergehender Körpergewichtszunahme.

Der besagte „Hoseneffekt“ kann aber auch daran liegen, das die Beine „straffer“ werden und die Muskulatur sich einfach nicht so leicht einpacken lässt wie weiches Fettgewebe. Das wirkt sich auch optisch außerhalb der Jeans positiv aus. Daher mein Tipp entgegen der Shoppinggewohnheiten, mal nicht eine Größe zu klein zu kaufen und sich versuchen mit Diäten hineinzuhungern und das in Kombination übertriebenem Cardiotraining. Sondern eine Nummer größer zu wählen und sich in die Hose hineinzutrainieren.

Ein Rücken kann verzücken, das wissen wir schon lange. Und vor allem dann, wen er nicht krumm nach vorne gebogen ist, sondern stolz und aufrecht ist. Genau, das ist der Fall, wenn man regelmäßig mit Gewichten hantiert. Die Haltung verbessert sich in erster Linie und lässt ihn „breiter“ wirken. Rückenschmerzen nehmen ab und die Brust kommt auch besser zur Geltung.

Dann wäre da noch das Argument Langeweile!  Dieses habe ich nie verstanden. Ist es spannender auf dem Stepper zu stehen und vor eine Wand zu schauen?! Ach stimmt, man kann ja mit dem Smartphone dabei snappen, whatsappen oder surfen. Fraglich nur, ob man da noch die Trainingsintensität halten kann?!? Dabei ist ein gutes Krafttrainingsprogramm kurzweilig, hocheffektiv und auch zeitlich überschaubar. Übrigens ein Satz mit Hanteln dauert ca. 30sec., in der Pause zwischen den Sätzen kann man wunderbar ein Selfie schiessen oder snappen.

Wenn es so leicht wäre, wie viele Frauen behaupten, Muskulatur zuzulegen, wäre ich dreimal so muskulös wie Arnold Schwarzenegger. Keine Sorge für Frauen, denn allein schon der wesentlich geringere Spiegel des anabolen Hormons Testosteron verhindert ein exorbitantes Muskelwachstum. Schaut euch an, wie viele Männer verzweifelt daran arbeiten nur ein paar Gramm sichtbare Muskulatur zuzulegen.

 

2016-09-27 Max Buch-0050

Vorteile

Eine einzelne Krafttrainingseinheit hat schon die positive Eigenschaft eines hohen Nachbrenneffekt. D.h. der Körper verbraucht noch Stunden nach dem Training mehr Energie. Dieser Effekt ist höher als beim moderaten Cardiotraining. Nach einiger Zeit des regelmäßigen und systematischen Trainings verändert sich auch die Körperzusammensetzung zu Gunsten des Muskelanteils. Der Fettanteil und das sogenannte schlaffe Gewebe („Winkeärmchen“) nimmt ab und das straffe Muskelgewebe nimmt zu. Im Zuge dessen steigt auch der Grundumsatz, der Körper verbrennt gar im Schlaf mehr Kalorien. Denn Muskulatur setz Energie um, im Gegensatz zum Fett. Das kann man teilweise gar an der Temperatur an verschiedenen Körperstellen spüren. Fast man eine speckige Partie an, ist diese oft kalt, während eine Muskelpartie, über welcher nicht viel Fett liegt, wärmer ist.

Ausdauertraining setzt zwar Energie um, aber ein Zuviel kann zu Muskelverlust kommen. D.h. man ißt die verbrauchten Kalorien im Laufe des Tages wieder und hat eine ausgeglichene Energiebilanz. Eine große körperliche Veränderung kann man nach einiger Zeit nicht mehr erwarten, bei gleichzeitigen Reduktionsdiäten gar einen Muskelverlust feststellen und damit auch eine Verringerung des Grundumsatzes.

Das Wohlbefinden und die Wahrnehmung des Körpers steigt ebenfalls an. Während Haltungsfehler und Nacken-/Rückenschmerzen bei vernünftigem Training auch der Vergangenheit angehören.

Fazit

Ich habe gute Erfahrungen bei Frauen gemacht, wenn sie dreimal pro Woche 30 Minuten gezielt mit Gewichten trainiert haben, entweder in Kombination mit Cardioeinheiten oder je nach Zeitbudget und Lust auch separat. Wichtig ist es genügend Erholung zwischen den Workouts zu haben und auch die Ernährung anzupassen. Was nicht heißt weniger zu essen, sondern eher darauf zu achten nicht zu wenig zu sich zu nehmen. Vor allem, was bei vielen Frauen oft zu kurz kommt, den Eiweißanteil sich zu erhöhen.

Mit ein wenig Risikobereitschaft, Geduld, nicht in der Erwartung innerhalb kürzester Zeit alles zu erreichen und einfach mal was neues auszuprobieren, sage ich :

Ran an die Hanteln!

Simply fit,

MaxCoach

www.longree.de

Fotocredit: Inger Diederich